Damit wir uns bewegen können, müssen Nerven und Muskeln perfekt zusammenarbeiten. Die Nerven geben den Befehl zur Bewegung, und die Muskeln setzen ihn um. Bei Muskelerkrankungen liegt das Problem jedoch im Muskel selbst oder an der Verbindung zwischen Nerv und Muskel.
Zu diesen Erkrankungen gehören verschiedene Formen:
- Myopathien: Dabei handelt es sich um Erkrankungen des Muskels selbst. Betroffene bemerken oft eine langsam zunehmende Schwäche, besonders in Schulter- und Beckenmuskulatur. Tätigkeiten wie Treppensteigen, Aufstehen aus dem Sitzen oder das Heben der Arme fallen zunehmend schwer. Die Ursachen können genetisch bedingt, entzündlich oder stoffwechselbedingt sein.
- Entzündliche Muskelerkrankungen: Hier greift das Immunsystem den Muskel an. Neben Muskelschwäche können auch Muskelschmerzen, Muskelschwund und allgemeine Müdigkeit auftreten. Diese Formen sind oft behandelbar, deswegen ist es wichtig, diese Formen der Muskelerkrankung früh zu erkennen.
- Myasthenia gravis: Hier liegt die Störung nicht im Muskel selbst, sondern an der Übertragung zwischen Nerv und Muskel. Typisch ist eine rasch zunehmende Ermüdung der Muskeln, die sich im Tagesverlauf verstärken kann. Häufig sind zuerst Augen- und Gesichtsmuskeln betroffen, mit hängenden Lidern, Doppelbildern oder Schluck- und Sprechstörungen.
Was der Neurologe/die Neurologin für Sie tun kann
Muskelschwäche kann viele Ursachen haben. Eine sorgfältige Abklärung ist wichtig, um eine gezielte Behandlung einzuleiten.
- Diagnose: Neben der neurologischen Untersuchung werden Blutuntersuchungen, Nerven- und Muskelmessungen sowie gegebenenfalls Bildgebung oder Muskelbiopsien eingesetzt, um die genaue Ursache festzustellen.
- Therapie: Je nach Erkrankung kommen Medikamente zur Verbesserung der Muskelübertragung, entzündungshemmende oder immunmodulierende Therapien, Physiotherapie und weitere unterstützende Massnahmen zum Einsatz. Ziel ist es, Muskelkraft, Beweglichkeit und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.