Kopfschmerzen kennt fast jeder, manche Menschen haben diese nur sehr selten, andere leiden darunter täglich. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen.
Primäre Kopfschmerzen (eigenständige Erkrankungen)
- Spannungskopfschmerz: Die häufigste Form; fühlt sich dumpf-drückend an, meist beidseitig (wie ein „Ring um den Kopf“).
- Migräne: Oft einseitig, pulsierend-pochend, begleitet von Übelkeit sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit. Kann mit oder ohne Aura (z. B. Sehstörungen) auftreten.
- Clusterkopfschmerz: Extrem starke, einseitige Schmerzattacken im Bereich des Auges/der Schläfe, oft begleitet von Tränenfluss oder einer laufenden Nase.
Sekundäre Kopfschmerzen (Symptom einer anderen Ursache)
Bei vielen Erkrankungen sind Kopfschmerzen ein Begleitsymptom. Sie können verursacht werden durch Infekte, Kopfverletzungen, Gefässerkrankungen oder als Nebenwirkung von Medikamenten. Besonders der übermässige Einsatz von Schmerzmitteln kann zu einem chronischen Kopfschmerz wegen Medikamentenübergebrauchs führen.
Was der Neurologe/die Neurologin für Sie tun kann
- Diagnose: Die Diagnose basiert heute primär auf der Anamnese (Krankengeschichte) und international definierten Kriterien (ICHD-3). Zur Basisdiagnostik gehört ein ausführliches Gespräch über Schmerzcharakter, Dauer und Begleitsymptome. Als apparative Diagnostik kommen bildgebende Verfahren, meistens die MRT, zum Einsatz; sie sind bei primären Kopfschmerzen meist unauffällig und dienen primär dem Ausschluss ernster sekundärer Ursachen (z. B. Tumore oder Blutungen). Auch Laboruntersuchungen können sinnvoll sein, um Entzündungswerte oder Schilddrüsenfunktionen zu prüfen. In manchen Fällen wird eine Untersuchung des Nervenwassers nötig (Lumbalpunktion).
- Therapie: Die Therapie der sekundären Kopfschmerzen richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Bei primären Kopfschmerzen basiert die Behandlung auf 2 Säulen – den medikamentösen und nicht-medikamentösen Massnahmen. Nicht-medikamentöse Massnahmen umfassen z. B. Entspannungsverfahren (progressive Muskelentspannung), Ausdauersport und Verhaltenstherapie sowie Ernährungstherapie, aber auch Akupunktur, Physiotherapie und andere geräteunterstützte Therapiemassnahmen. Die medikamentöse Therapie richtet sich nach der Art des Kopfschmerzes und wird in Akuttherapie und vorbeugende Basisbehandlung unterteilt. Die richtige Wahl des am besten wirksamen und verträglichen Medikamentes ist sehr individuell und braucht manchmal etwas Geduld; es ist die Aufgabe der Neurologin/des Neurologen, Sie hier zu beraten und zu begleiten.